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Eine kleine Gong-Geschichte

In einem kleinen Ort im Irgendwo lebte ein Gongspieler mit seiner Frau. Einst gehörte dieser Musiker zu den begehrtesten Gongkünstlern. Sein Spiel war weit über die Grenzen seines Landes hinaus berühmt.

Vor einiger Zeit hatte sich der Musiker aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er spielte immer weniger Konzerte, gab keinen Unterricht mehr, und schliesslich folgte er nicht einmal mehr den Einladungen der Königshäuser, an den Höfen seine Künste zu zeigen. Dennoch spielte der Mann jeden Tag Gong. Stundenlang und oft bis tief in die Nacht. Mit den Jahren, so bemerkte seine Frau, spielte ihr Mann immer weniger Töne auf seinem Gong. Als junger Mann hatte er ihm Klänge in einer Vielfalt entlockt, die weit gerühmt war. Er galt als der Meister schlechthin. Doch das schien Vergangenheit.

Täglich spielte der Mann seinen Gong und die Jahre zogen ins Land. Mit jedem Jahr spielte er weniger Töne. Irgendwann war es nur noch ein Ton. Nur ein Ton – tagein, tagaus. Mit völliger Hingabe und der ganzen Liebe seines Herzens. Einen Ton.

Da ging die Kunde, ein Konzert der weltbesten Gongspieler sei in der Hauptstadt. Die Frau fragte ihren Mann: „Willst du da nicht hin?“ Ihr Mann schüttelte nur desinteressiert den Kopf und spielte einen Ton auf dem Gong. Die Frau war neugierig und sie fuhr mit dem Bus in die Stadt, um sich das Konzert der Weltvirtuosen des Gongs anzuhören.

Spät in der Nacht kam sie nach Hause und berichtete aufgeregt ihrem Gatten: „Die haben unzählige Töne gespielt. Sie liessen die Gongs klingen – rauf, runter, laut, leise, wild und sanft. Ich hatte schon fast vergessen, was ein Gongmeister alles kann. Warum spielst du nicht auch so was? Du konntest deinem Gong doch ebenso viele Klänge entlocken. Stattdessen schlägst du tagein tagaus immer nur diesen einen Ton an. Du kannst doch mehr!“

Ihr Mann aber antwortete nur: „Die suchen alle den einen Ton.“

Geschichte aus Indien, Autor unbekannt












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